Maries Akte

Maries Mörder – Das Geheimnis einer Familie

„Ich weiß jetzt, was ein Fluch ist. Meine Großmutter hat mich gewarnt: „Tote soll man ruhen lassen.“ Vielleicht hätte ich auf sie hören sollen. Aber ich wollte die Wahrheit wissen.“

Über Marie, die Tante ihres Vaters, wird in der Familie nicht geredet. 19 Jahre alt ist Kerstin Schneider, als sie zum ersten Mal von der Existenz ihrer Großtante erfährt. Sie wagt nicht nachzufragen. „Da schlummte etwas im Nebel der Familiengeschichte, woran man besser nicht rührte.“

20 Jahre später macht sich Kerstin Schneider, mittlerweile Journalistin, auf die Suche nach ihrer Großtante Marie. Und stößt auf ein sorgsam gehütetes Familiengeheimnis: Marie litt unter Schizophrenie, eine Stoffwechselerkrankung des Gehirns, die einhergeht mit Wahnvorstellungen und Sinnestäuschungen. Schizophrene hören Stimmen, sehen mitunter Menschen und Dinge, die nicht existieren. Marie war 28 Jahre alt, als sie 1928 nach Arnsdorf in die Psychiatrie eingeliefert wurde. Sie wurde zwangsernährt und mit Insulinschocks gequält. Als 1933 die Nazis an die Macht kamen, galt Marie als „lebensunwertes Leben“, wurde zwangssterilisiert und vermutlich für Malaria-Versuche missbraucht. Die Nazis drangsalierten die ganze Familie als „erblich belastet“. 1942 starb Marie unter mysteriösen Umständen in Großschweidnitz im Alter von 41 Jahren.

„Erblichkeit mütterlicherseits“ – diese knappe Bemerkung in Maries Krankenakte bringt die Autorin auf die Spur einer weiteren Verwandten. Marie hatte eine berühmte Großtante: Magdalena Kade, die 1866 glaubte, die Mutter Gottes an ihrem Bett stehen zu sehen. Niemand erklärte die arme Weberstochter für verrückt. Im Gegenteil: Die Nachricht von „Magdalenas Erscheinung“ entfachte in ihrem Heimatort, dem streng katholischen Philippsdorf in Böhmen, eine regelrechte Massenhysterie. Tausende pilgerten zu Magdalenas Haus, um die Stelle zu besichtigen, an der sich die Mutter Gottes die Ehre gegeben hatte. Die Wallfahrt bescherte den Philippsdorfern, bislang arme Weber, Wohlstand. Euphorisch begannen sie mit dem Bau einer neuen Kirche. Als die Kirche 1885 geweiht wurde, pilgerten über 30.000 Menschen nach Philippsdorf. Magdalena starb 1905, hochverehrt als „böhmische Bernadette“.

Noch heute pilgern die Menschen jedes Jahr im Januar nach Philippsdorf zur Basilika um Magdalenas Erscheinung zu feiern. Die katholische Kirche, die diese Marienerscheinung inzwischen anerkannt hat, predigt nach wie vor das Märchen vom krebskranken Mädchen, dem die Mutter Gottes erschienen sei und das sie geheilt habe. Dabei belegen alte Akten, dass Magdalena keineswegs krebskrank war, als sie die Mutter Gottes sah. Sie litt – wie später ihre Großnichte Marie – unter Halluzinationen. Dieser Meinung waren Magdalenas Hausärzte schon damals. Doch sie wurden mundtot gemacht. Denn niemand hatte ein Interesse an der Wahrheit. Die katholische Kirche nicht, der Magdalenas Erscheinung die Schäflein zutrieb. Die Leute in Philippsdorf nicht, die das „Wunder“ reich machte.

„Maries Akte – das Geheimnis einer Familie“/“Maries Mörder“ erzählt die wahre Geschichte zweier Frauen, die beide „verrückt“ waren und über deren Schicksal der Zeitgeist völlig unterschiedlich richtete. Es ist ein erzählendes Sachbuch. Alle Fakten sind anhand von Akten und Dokumenten belegt. Die Recherche dauerte vier Jahre.

„Maries Mörder“ ist als Neuausgabe erschienen im Paranus Verlag. Die Erstausgabe erschien unter dem Titel „Maries Akte“ bei weissbooks.

Skandal um Buchlesung
Pressestimmen 
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Pressestimmen

Ernst Klee
"Eine grandiose Recherche"

Die Zeit
"brillantes Sachbuch."
Evelyn Finger, Die Zeit

Financial Times Deutschland
"Ein berührendes und mutiges Buch"
Ulrike Heike Müller, Financial Times Deutschland
"Highlights auf dem Buchmarkt"

taz - die tageszeitung
"Die Suche nach der Familiengeschichte, die Schneider in ihrem Buch 'Maries Akte' spannend beschreibt, führt so gleichzeitig in ein Stück Zivilisationsgeschichte."
Klaus Wolschner, taz

Bild Zeitung
"Unbedingt lesen"
Gerhard Buzzi, Bild Zeitung

Neue Züricher Zeitung
"Neben den tragischen Filiationen einer Familiengeschichte kreist das Buch um einen veritablen Skandal. Denn der Autorin ist es gelungen, den Euthanasie-Vollstrecker ausfindig zu machen. Dieser war laut den mittlerweile zugänglichen Akten ein Hochstapler, der sich als Arzt ausgab und mit seinen «Gutachten» unzählige Menschen in den Tod schickte."
Neue Züricher Zeitung

Lübecker Nachrichten
"Kerstin Schneider hat in ihrem Buch ,Maries Akte' ein packendes Stücke Familiengeschichte aufgeschrieben... Der Titel täuscht! ,Maries Akte' ... das klingt nach staubigen Archiven, dröger Beamtensprache und vergilbtem Papier, nach Paragraphen und mühsamen Lesestoff. ,Maries Akte' ist das genaue Gegenteil. ,Maries Akte' ist zunächst geheimnisvoll, immer authentisch und durchweg lebendig"
Ilka Mertz, Lübecker Nachrichten.

Lausitzer Rundschau
"Ein Buch, das wohl zu den interessantesten des Herbtes 2008 gehören dürfte. Wer es zur Hand nimmt, sei er auch Krimifreund oder einer der auf Fakten, Fakten, Fakten aus ist, wird es kaum wieder aus der Hand legen..."
Klaus Wilke

Magdeburger Volksstimme
"Zwei Frauenschicksale - eine irre Geschichte
Das Buch basiert auf Aktenmaterial,ist trotz seiner Faktenfülle jedoch spannend geschrieben wie ein Krimi."
Bernd Kaufmann, Magdeburger Volksstimme

Leipziger Volkszeitung
"In ,Maries Akte' enthüllt Kerstin Schneider ein Familiengeheimnis und einen politischen Skandal... Am Beginn ihrer Reise in die Vergangenheit kann Kerstin Schneider nur ahnen, wie politisch die private Wahrheit wird, wie exemplarisch für den Umgang der Deutschen mit allen, die nicht der Norm entsprechen... Gegen Desinteresse und Bequemlichkeit schreibt sie an, zunächst erzählend, ausmalend, dann zunehmend mit bitterem Zorn..."
Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung

Hessischer Rundfunk
"Ihre Familiengeschichte spiegelt auf grausame Art die deutsche Zeitgeschichte und was wir in ihrem Buch «Maries Akte» erfahren, ist spannender als viele Krimis"
Ulrike Schneiberg, Hessischer Rundfunk

ORF - Buch der Woche
"Der ORF wählt 'Maries Akte' im Januar 2009 zum 'Buch der Woche'"ORF

Nordseezeitung
"In den 1980er Jahren hat Ernst Klee ... die vom nationalsozialistischen Staat angeordnete Ermordung von als geisteskrank eingestuften Menschen thematisiert und eindrucksvoll belegt. Wenn nun die Stern-Redakteurin Kerstin Schneider, ..., ihr 'erzählendes Sachbuch' vorlegt, dann gibt sie der in weiten Teilen doch abstrakt und anonym gebliebenen Geschichtsschreibung ein Gesicht..."
Volker Heigenmooser, Nordsee-Zeitung

Literaturzeitschrift etcetera
"Spannend, nüchtern und äußerst eloquent blättert K. Schneider das Geheimnis ihrer Familie auf und zeigt wie Menschen, auf Grund der jeweilig erlassenen Gesetze und deren Ausführungen durch politische Macht manipuliert werden...? Wer, wenn wir nicht selbst und unsere Kinder und Enkelkinder sollten über unsere Zukunft bestimmen? Eben wie Kerstin Schneider als Enkelin ihren Beitrag dazu leistete, indem sie die Toten sprechen ließ und uns allen damit einen großen Dienst erwies... Deshalb sei dieses Buch jedem - Alten und Jungen, Gläubigen oder Ungläubigen, Links- oder Rechtsgesinnten - wärmstens empfohlen."
Ingrid Reichel, Literaturzeitschrift etcetera

Psychiatrienetz
"Souverän bewältigt die Autorin den Spagat zwischen der durch Akten und Dokumente rekonstruierten Vergangenheit und der bei den Nachforschungen erlebten Gegenwart, zwischen den großen Themen deutscher Geschichte und den individuellen Schicksalen... Dabei gelingt ihr eine Reportage, spannend wie ein Krimi."
Thomas R. Müller, Leiter des Psychiatrie-Museums Leipzig

"Auf der Spur der Ahnen" - MDR
"'Maries Akte' bei 'Auf der Spur der Ahnen', Sendung vom 26. November 2008, um 20.45 Uhr, Wiederholung am 27. November um 13 Uhr."
"Auf der Spur der Ahnen", MDR - hier geht es zur Sendung

Frankfurter Neue Presse
"Eine der beunruhigensten Lehren dieses plastisch erzählten und akribisch recherchierten Buches ist die bestürzende Erkenntnis, dass Krankheit und der Umgang mit ihr, immer auch vom gesellschaftlichen und politischen Umfeld geprägt sind. Ob jemand der zeitweise ,verrückt' ist, seine letzte Ruhestätte als Heilige im Reliquienschein findet oder als ,Ballastexistenz' im Massengrab endet, ist demnach nicht mehr als ein historischer Zufall."
Hedwig Kaster-Bieker, Frankfurter Neue Presse

Schriftstellerin Barbara Bongartz ("Der Tote von Passy")
"Es ist ein reiches, vielschichtiges Buch, das Kerstin Schneider da gelungen ist... Der Auftakt erinnert an Daphne Du Maurier: ,Ich weiß jetzt, was ein Fluch ist.' Aber Kerstin Schneiders Buch ist kein Roman und romantisch ist es schon gar nicht... Von Seite zu Seite ... entwickelt sich der raunende Duktus des Anfangs zu einem feinsinnigen Ton des Erzählens, Beginn einer Reise deren Ergebnis ungewiß ist. Geographisch nach Osten, zeitlich in die Vergangenheit.."
Barbara Bongartz, Die Presse, Wien

"Figaro" - MDR Lesecafé
"Das Buch 'Maries Akte' steht zwischen Sachbuch und Roman." Kerstin Schneider zu Gast im 'Lese-café'artour
MDR Lesecafé. Hier geht es zur Sendung.

Michael Hamneter - MDR
"Ein Buch, das weit über die eigene Geschichte hinaus geht und einschneidende Momente der Zeitgeschichte einfängt"
Michael Hamneter, MDR

Sächsische Zeitung
"Die Journalistin Kerstin Schneider hat über ihre Familie geforscht und dabei eine unglaubliche Geschichte aufgedeckt."
Romy Kühr,Sächsische Zeitung

Psychosoziale Umschau
"Kerstin Schneider hat eine faktenreiche, spannende Familiengeschichte geschrieben, die zeitweise Krimiformat hat."
Ute Hüper, Psychosoziale Umschau

Prof. Dr. Peter Henschel
"Marie und Henry bekommen in diesem Bühnenbild die Intensität von Gerhart-Hauptmann-Gestalten..."
Prof. Dr. Peter Henschel, Professor für Literaturwissenschaft in Hamburg

Weiber Zeit
"Kerstin Schneider hat es geschafft, auf sehr persönliche Art deutlich zu machen, wie sehr das Schicksal einer Person mit den gesellschaftlichen Bedingungen verknüpft ist"
Anneliese Mayer, Weiber Zeit

Sächsisches Archivblatt
"Die Reportage ist äußerst umfassend und genau recherchiert und spannend geschrieben wie ein Krimi. Der Leser fühlt sich regelrecht einbezogen in die Recherchen und scheinbar nebenbei erhält er kurze anschauliche historische Zusatzinformationen, die ihn die Familiengeschichte als Teil der allgemeinen zeitgeschichtlichen Zustände sehen lassen... Ein sehr mutiges Buch auch, weil die Autorin die Heilige Magdalena Kade als psychisch krank entmystifiziert, vorhandene damalige ärztliche Gutachten und Stellungnahmen öffentlich macht und die Verdrängung der Realität durch die katholische Kirche."
Dolores Herrmann, Sächsisches Staatsarchiv, Sächsisches Archivblatt April 2009

Tag des Herrn
"Gründlich recherchierte und angenehm lesbare Geschichte"
Dorothee Wanzek, Tag des Herrn

Die Presse
"Kerstin Schneider macht sich auf die Suche nach einem Frauenleben und deckt dabei einen Skandal auf."
Die Presse, Wien - Hier geht es zum Text

Evangelischen Kirchengemeinde Kirchherte
"Kerstin Schneiders Buch liest sich spannend wie ein Krimi. Es zeigt auf, wie unterschiedlich der jeweilige Zeitgeist den Wert eines Menschen bemisst. Dabei gelingtes der Autorin auf eindrucksvolle Weise, anhand ihrer eigenen Familiengeschichte die verstörenden Aspekte früherer Zeiten zu enthüllen, die nur scheinbar vergangen sind"
Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinde Kirchherte

Stadtteilzeitung Dresden
"Eine spannende und faktenreiche Familiengeschichte"
Georg Prause, Stadtteilzeitung Dresden

Radio Bremen
Link zur Sendung von Radio Bremen

Junior Verlag - Rubin
"Buchbesprechung: 'Maries Akte - das Geheimnis einer Familie' von Kerstin Schneider"
Buchbesprechung herunterladen

Prager Zeitung
"Schicksale: Maries Akte wird geöffnet ..."
Prager Zeitung - Klicken Sie hier und Sie gelangen zum Text

Mannheimer Morgen
"'Maries Akte' berichtet vom Sterben in der NS-Psychiatrie..."

Deutschlandradio
"Der Weissbooks Verlag. Ein Portrait."
Hier geht es zur Sendung

"Artour" - MDR-Sendung
"Was zutage tritt, wenn eine Journalistin in ihrer Familiengeschichte gräbt, zeigt das Buch 'Maries Akte'"
MDR Fernsehen - Hier geht es zur Sendung

Buchmarkt.de
"In ihrem Buch 'Maries Akte', für das die Stern-Redakteurin Kerstin Schneider vier Jahre lang recherchierte, entlarvt die Journalistin die ..."
BuchMarkt.de - Link zum Artikel

„Der Eppendorfer"- Zeitschrift für Psychiatrie
"Maries Geschichte wird unter Herrnkinds Feder ein Roman, der unter die Haut geht. Mit journalistischem Spürsinn, persönlicher Neugier, klarer Sprache und unendlicher Geduld hat Herrnkind das Leben ihrer Großtante rekonstruiert ... "
Verena Liebers, „Der Eppendorfer" - Zeitschrift für Psychiatrie